von Gabriel am 08.11.2009, 20:52
Was nu?
Nicht investieren weil SIE persönlich davon nichts (kein Brot, also eigentlich Geld) haben?
Oder weniger eigennützig und so wie SIE es vermutlich lieber darstellen möchten weil davon niemand (die Bürger also) satt wird?
Also sind z.B. Bauarbeiter, Landschaftsgärtner und Architekten die dort Arbeit haben bei der Errichtung des Gebäudes und der schaffung des Parkes niemand für SIE!? Ich denke die Verdienen da sehr gerne IHR Brot.
Ihre Beiträge hab ich immer besonders gerne weil sie nur Augenscheinlich sinnvoll sind und wenn man dann mal drüber nachdenkt was sie da auch gesagt haben, dank leichtfertigem Sprachgebrauch, dann kann man sehr häufig nur den Kopfschütteln. Ich kann mir zwar vorstellen das sie das nie so gemeint haben, aber zählt wenig wenn die ankommende Botschaft eine andere ist.
Fakt ist und das sollte sich endlich mal jeder hinter die Löffel schreiben, das eine Stadt als Standort nur dadurch interessant wird das sie neben gebildeten Arbeitskräften (von Facharbeiter bis zum Akademiker) Raum, Verkehrs- und Informationsanschlüssen eben auch attraktiv ist!
Sie muss eine hohe Aufenthaltsqualität für Arbeitskräfte und Arbeitgeber bieten, damit Unternehmen diese leichter halten können und die Stadt nicht einem Abwandern der Wohlahbenden oder der Unternehmer hinnehmen muss.
Sie muss dazu Unterhaltung auf möglichst vielen kulturellen Ebenen bieten und nicht nur ein Kino und Amateurtheater (auch wenn die Waldbühne noch so gut ist, ist es eigentlich ein Theater mit Schwerpunkt Kinder und Sommer), sie bedarf einer vielschichtigen Gastronomie und schöner öffentlicher Räume in denen man sich Wohlfühlt, usw., usw..
Unteranderem daraus ergibt sich dann das Image der Stadt des Ortes und das ist bei Hamm das eines Bahnhofes zum Umsteigen, der Baustelle auf der A2 vorm Kamener Kreuz, der häßlichen Industriestadt ohne Kultur und Rückkehrqualität, der Stadt zwischen Dortmund und Münster (den sonst kennen es die meisten gar nicht) und dank entsprechender medialer Verlautbarungen, die Stadt der Armen (Niedrige Gehaltsstruktur...).
Wir haben also ein echtes Defizit was unser Image betrifft und damit sich dieses, was in der Regel nur langsam geht, ändert müssen wir investieren auch in Parks.
Daher ist auch diese Entscheidung nicht etwa unwichtig sondern sehr wichtig, den es geht um eine Entscheidung die auf Jahre möglicherweise Jahrzehnte den Eingangsbereich zur Großstadt Hamm mit dominiert. Leider hat man mit dem HKF ja schon einen wenig attraktiven Klotz an einem absolut kahlen, grauen und bei schlechtem Wetter auch noch windigem Platz geschaffen, also den Inbegriff der Trostlosigkeit (wenn man Generationen von Romanautoren dieses eigentlich schon literarische Bild abnimmt), den dann nur noch Regentropfen zum unerträglichen steigern können.
Allein aus diesen beiden Gründen - Entwicklung des städtischen Images als Unterstützung des Standortes und der Argumentation pro Hamm, und der Tatsache das der Bahnhofsvorplatz ein prämierte Stadtentwicklungskatastrophe ist - sollte wir uns von billigen Einfachlösungen fernhalten. Hamm braucht dort dringend einen echten Lichtblick einen buchstäblichen - Platz an der Sonne - inmitten eines "farbenfrohen" und mit Wasser kombinierten Parkes, etwas das weder Buchsbaum noch Liguster mit ein bischen billigem LED-Licht schaffen.
Wer hier meint sparen zu müssen, der spart am Image der Stadt und damit auch an Argumenten warum gerade Hamm Sitz eines Hotels, einer Gastronomie werden sollte, den warum sollten Kunden hierher kommen wollen an den Ort von Tristes und Trostlosigkeit, den so emüfängt einen ja die Stadt am Bahnhofsvorplatz.
"Kunden: Wieso auch sollte sich eine Tagung in das trostlose Großstadtdorf Hamm verirren, wenn man keine Reizvolle Umgebung hat und auch keine Unterhaltung bietet."
Wie könnten sich Forschungsgesellschaften dafür interessieren sich hier Abseits des Tagungsgeschehens und der nationalen und internationalen Aufmerksamkeit niederzulassen oder eine Zweigstelle einzurichten, genauso kann man fragen warum sich die nationale oder globale Öffentlichkeit mit Hamm beschäftigen sollte, es hat nicht zu bieten.
Dann gilt schnell auch: Keine Aufmerksamkeit, da haben es auch ein Aufmerksamkeitsbringer wie unsere Hochschulen schwer, solche an sich zu binden.
Wo wenig geforscht wird und keine Kunden sind und sich auch der Aufenthalt nicht lohnt, da will die Industrie nur dann noch hin, wenn sie auch erhebliche Nachteile mitbringt und weiß das man sie trotzdem gerne ansiedelt, weil man ja nichts anderes bekommt. Jobs die schlcht bezahlt sind und schon fehlt es an Einnahmen fürs örtliche Gewerbe und die Stadt. Gleichzeitig leidet die Attraktivität der Stadt, sie nimmt ab, wenn dank Verkehr, Abgasen, Abwässern und Lärm etc. das Leben noch weniger schön geworden ist. Als nächstes ziehen die wohlhabenden aufs Land in die umgebenden Gemeinden wie Drensteinfurt-Walstedde oder verlassen ganz die Region.
(nur als Einschub ich bin auch der Meinung das alle Mitarbeiter der Stadt in der Stadt wohnen sollten damit sie täglich sehen was in dieser vorgeht, das gilt auch für Mitarbeiter des Landes wie z.B. Lehrer. Gerade hier sollte man ein das Milieu auch aus eigener Anschauung kennen.)
Es ist also ganz unbedeutend den Faktor Ästhetik bei der Anlage von so etwas bedeutungslosem wie einem Park zu berücksichtigen, ist ja nur ein Faktor, da widmet man sich lieber dem nächsten Thema und argumentiert da auch mit fehlendem Geld für halbe oder gar untaugliche Lösungen die man dann später wieder teuer korrigiren und nachbessern muss.... man dreht sich und dreht sich und dreht sich... immer im Kreis herum und kommt dabei kein Stück dem erstrebten Strukturwandel näher.
Hamms Struktur aber ist es die sich ändern muss hin zu mehr akademischem Leben, mehr Bildung, anderen Gewerben und Industrien und ganz wichtig zu neuen ästhetische und kulturellen Ufern.
Lieber einmal Richtig und einen schritt nach vorne gehen als ewig zirkulieren im Kreislauf von Geldmangel und untauglichen Maßnahmen.